Coram iudice et in alto mare in manu dei soli sumus

(Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand)

 

Das musste auch B.v.M. beim Arbeitsgerichtsprozess von T.E. erfahren.

 

Vielleicht ist ja das - sagen wir mal - suboptimale Ergebnis der juristische Beratung durch J.H., einem (dafür bezahlten) Schulvater, der Grund für die in Zukunft gewünschte Regel, dass Eltern eben keine bezahlten Jobs mehr in der Schule verrichten sollen. (Übrigens macht seine Frau, S.H. die Buchführung für die Schule - gegen Bezahlung! Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts dagegen, dass Eltern, die einen Job für die Schule machen, den kein anderer so gut kann oder überhaupt machen will, auch Geld dafür bekommen.)

Letztlich weiß ich ja gar nicht, ob es die Idee von J.H. war oder ob er nur die Strategie des Vorstandes vertreten musste. Der Prozess war auf jeden Fall ein riesiger Reinfall oder eine peinliche Schlappe.

 

Zunächst hat die Schule die ganze Sache ewig verzögert und T.E.s Zeit der Freistellung unnötig in die Länge gezogen, indem sie den Prozess abzuwenden versuchte. Das Argument: T.E.s Klage vor dem Arbeitsgericht ist nicht zulässig, weil T.E. gar keine Angestellte gewesen sei, also kann das Arbeitsgericht auch nicht zuständig sein.(Es gab allerdings einen Arbeitsvertrag, auf dem "Arbeitsvertrag" in der Überschrift stand.)

 

Mit der Klärung dieser Frage war dann der erste Gerichtstermin belegt und in der Sache hat das niemanden auch nur einen Zentimeter weiter gebracht. Natürlich hat das Gericht entschieden, dass diese Argumentation völliger Käse ist.

 

Im zweiten Termin, viele Monate später, war direkt nach der Eröffnung ziemlich klar, wie die Entscheidung lauten wird. Allerdings wollte das Gericht erreichen, dass man sich schon vor Ort auf die Modalitäten von T.E.s Wiedereinstieg einigt, damit man sich nicht wenig später wieder am gleichen Ort treffen muss. 

 

Das einzige, was B.v.M. immer wieder zu sagen hatte, war so etwas wie "kommmt nicht in Frage", "es gibt keine Lösung", "es wird keine Lösung geben" ...

 

Das Gericht erklärte B.v.M., dass es Hilfen wie Mediation und Supervison und Prozessbegleitung gibt und was die machen. (Komisch, irgendwie hatte das Gericht wohl den Eindruck, dass es für T.E. schwierig wird, wenn B.v.M. allein dafür zuständig ist. Oder hatte es den Eindruck, dass er eine Lösung auch gar nicht wollte?)

 

Wir im Publikum fühlten uns jedenfalls seit langem das erste Mal etwas verstanden, immer wenn die Beisitzer bei B.v.M.s Auslassungen schulterzuckend und kopfschüttelnd guckten.

 

Das Ergebnis, nämlich dass T.E.s Kündigung gegenstandslos war und sie weiterhin angestellt ist, war abzusehen und ist ja hinlänglich bekannt.

 

Übrigens hatte J.H. nach dem Termin tatsächlich ein Wort des Bedauerns für T.E. übrig. Allerdings nicht, weil man sie quasi gezwungen hat, ihr Recht per Gericht einzuklagen, und man sie dafür auch noch als schulschädigend hingestellt hat. Nein, er bedauerte, dass es jetzt für T.E. erst richtig schlimm werden würde. Und das hätte er ihr gern ersparen wollen. Dass der Vorstand jetzt natürlich gezwungen sei, noch ganz andere Geschütze aufzufahren, um sie loszuwerden. (Der letzte Satz ist nur sinngemäß wieder gegeben und nicht wörtlich gefallen.)

 

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