Die siebeneinhalb Gebote

Wenn überall Chaos herrscht und die Welt aus den Fugen gerät, dann haben die, die noch an irgendetwas glauben, es etwas leichter. An unserer Schule herrscht ja auch das blanke Chaos und die Art und Weise, wie manche versuchen dem Chaos Herr zu werden, erinnern durchaus an Glaubensgemeinschaften.

 

Man weiß zwar nicht genau, wie sich alles wirklich erklären lässt, aber man deutet die Heiligen Schriften, bzw. das Konzapt grade immer so, wie's einem passt. Und wenn man den Thesen, die überall munter verbreitet werden, mal auf den Grund geht und sie als Unsinn outet, dann wird gebetet und ist geboten.

Diesen unhaltsamen Interpretationen (un-haltsam, nicht unterhaltsam)verdanken wir einige Überzeugungen und Glaubenssätze, die sich der Gemeinschaft mittlerweile irgendwie im Hirn festgestetzt haben und zu ungeschriebenen Gesetzen geworden sind.

 

Es wird Zeit, dass sie mal jemand aufschreibt, hier sind sie.

 

1. Das muss von den Kindern kommen!

Die Legitimation fürs Versäumen, Vergessen und Unterlassen. Wenn etwas nicht läuft, nicht gemacht wird, nicht vorbereitet  oder schlecht organisiert ist ... dann nur, weil die Kinder es so entschieden haben! (Hätten sie es anders gewollt, hätten sie schließlich etwas gesagt.) 

 

1 1/2. Teamentscheidungen sind unantastbar und hinzunehmen

Alles, was ist und nicht von den Kindern kommt, kommt dann mit Sicherheit aus dem Team. Daran kann und wird niemand etwas ändern. (Ausbaden ja, aber ändern?)

 

2. Kinder (und Pädagogen) müssen glücklich sein

Ein guter Grund, bestimmte Dinge nicht zu fordern oder in Frage zu stellen. Bitte nicht am Glück kratzen - die Welt ist schrecklich genug.

 

3. Vertrauen haben

Alle Sorgen, und Nöte lösen sich in Luft auf, wenn man nur genügend Vertrauen in die Funktionsträger hat. Wenn wir ihnen folgen, sind wir nicht mehr allein, sie führen uns ins Licht. Fürchte Dich nicht, denn ich bin bei Dir.

 

4. Look positiv!

Wenn man alles nur noch von der positiven Seite her betrachtet, dann sieht man nichts Negatives. Ist doch logisch.

 

5. Immer im Prozess sein

Jede Aufgabe, die es zu bewältigen gilt, erledigt sich von selbst, wenn man in' Prozess geht. Die Lösung jedes Problems lautet: Wir sind im Prozess!

 

6. Keine persönlichen Meinungen im Mailverteiler

Da gibt's nix weiter zu zu sagen, is halt so! Gilt natürlich nur für Nörgler - alle anderen dürfen. Vor allem die, die Nörgler zurechtweisen.

 

7. Friede, Freude, Eierkuchen!

Für alle.

 

Ach ja, fast vergessen: Das Gebot "Wir reden nicht über Personen, die nicht anwesend sind" ist offiziell abgeschafft. Viele wissen das noch gar nicht und moralisieren immer noch rum, weisen andere zurecht und nutzen das Gebot, um unangenehme Gespräche abrupt zu beenden. 

 

 

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