Sekte oder Kult?

Dass es sich bei unserer Schule mehr um eine Glaubensgemeinschaft handelt, ist ja nichts Neues mehr. Keine Kirche - die religiösen Momente fehlen, auch wenn einige mystisch beseelt scheinen oder vom heiligen Geist heimgesucht. 

Nur das mit dem Glauben ist irgendwie allgegenwärtig. Die PHS-Pädagogik findet zwar nicht mehr statt, aber man glaubt an ihre Wunder - die Schule gleicht einem Wallfahrtsort. Wenn es also keine Religion ist, dann muss es Sekte oder Kult sein - oder?

 

Man muss da schon ein wenig genauer differenzieren.

Während Sekten, die aus bestehenden Organisationen hervorgehen, lange bestehende Glaubensbekenntnisse modifizieren, schaffen Kulte völlig neue Glaubenssysteme.

 

Für eine Sekte spricht im Allgemeinen (u.a.):

  • Einschränkungen der Meinungsfreiheit von Gruppenmitgliedern
  • Einschränkungen der Bewegungsfreiheit von Gruppenmitgliedern
  • wirtschaftliche Ausbeutung der Mitglieder 
  • Menschenrechtsverletzungen durch gruppeninterne, gerichtsähnliche Verfahren
  • Familienkonflikte, insbesondere bei Familien wo ein Elternteil die Gruppe verlassen hat und die Kinder in der Gruppe bleiben
  • Behinderung von Kindern beim Zugang zu Ausbildung, ...

Kultbewegungen setzen ihre Ziele mit diesen Mitteln um:

  • Milieukontrolle: Kontrolle aller Kommunikation in einer bestimmten Umgebung
  • Mystische Manipulation oder Geplante Spontaneität: Fasten, Chanten, Schlafentzug usw.
  • Forderung nach Reinheit: radikale Trennung zwischen Gut und Böse in der Umwelt und in sich selbst
  • Bekenntnis: Sünden, so wie sie von der Gruppe definiert werden, müssen entweder gegenüber einem persönlichen Beobachter oder öffentlich gegenüber der Gruppe bekannt werden
  • Geheiligtes Wissen (sacred science): Behauptung wissenschaftlicher Anerkennung
  • Veränderung der Sprache (loading the language): Heiligung bestimmter Worte
  • Doktrin vor Person (doctrine over person): die Dogmen der Gruppe haben Vorrang vor der persönlichen Erfahrung.
  • Leugnung der Existenzberechtigung Anderer (dispensing of existence): Wer die Wahrheit nicht erkannt hat, gilt als verworfen und hat in letzter Konsequenz keine Existenzberechtigung.

Eine dritte mögliche Zuordnung:

Okkultismus/Esoterik: Glauben an Kräfte und Erscheinungen, die wissenschaftlicher Untersuchung nicht zugänglich sind sowie den damit verbundene Praktiken, soweit sie außerhalb religiöser Traditionen vorkommen.

 

 

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